Thursday, January 27, 2011
Der Mann kannte schätzungsweise ungefähr 20 englische Wörter Kein Deutsch, kein Französisch, kein Spanisch. Aber meine Freundin kann auch etwas Arabisch sprechen. Der Mann lernte in seiner Kindheit Arabisch, weil sein Vater ihn in die Moschee mitnahm. Er zeigte uns, wie er seine arabischen Gebete aufsagte. Und er meinte, dass ihn heute Beten wenig interessiere.
Danach stellte er ein paar Fragen über uns. Ich kann mich jetzt nicht mehr genau daran erinnern, was wir antworteten. Vielleicht verstand er uns auch nicht genau. Dann meinte er, dass er Glück für uns machen könnte Meine Freundin sagte schnell: "Ja, warum nicht?" (Sie ist viel gutgläubiger als ich!)
Er wandte sich an mich. "In Ordnung", sagte ich, nicht eben begeistert. Daraufhin nahm er einen kleinen schwarzen Kasten, in dem verschiedene bunte Glasperlen lagen. Er bat mich, eine Perle auszuwählen Ich nahm eine, die ich sehr türkisch fand. (weiß + blau = "Auge"). Dann sagte er -er sang fast- etwas und bat mich, noch eine Perle zu nehmen. Schnell nahm ich eine helle, türkisfarbene Perle, weil die mir auch sehr türkisch vorkam. Und der Mann sang nochmal. Das machten wir noch zweimal. Ich nahm eine weiße Perle und einen kleinen silbernen Fußball (Dass die ein Fußball war, bemerkte ich erst später; in diesem Moment sah ich nur eine silberne Metallperle.).
Er fragte mich, ob ich zufrieden sei. Selbstverständlich beantwortete ich seine Frage mit: "Ja", Obwohl ich keine Ahnung hatte, was ich mit diesen Perlen machen sollte.
Aus der Türkei, Teil II
Darauf lagen verschiedene Dinge, auch ein Stapel Tücher Einige waren sicher einmal Teile von Teppichen. Aber jetzt waren die viel zu klein, um Teppiche zu sein.
Ein Mann trat aus dem Geschäft heraus. Wir waren am Tag zuvor in den Grand Bazar gegangen. Dort waren die Verkäufer viel zu aggressiv. Deshalb waren wir vorsichtig.
Vielleicht bemerkte der Mann unser Zögern oder er war immer zurückhaltend Er wartete auf unsere Frage: Ob er wohl Teppiche verkaufen würde?
"Ja, sicher", sagte* er, und bat uns hinein. Im Geschäft waren aber keine Teppiche. Er geleitete uns eine Treppe hinauf. Das war aber keine Treppe, sondern eher eine Leiter. Ich war darüber nicht sehr erfreut, weil meine Schuhe nicht zum Steigen geeignet waren. (Die TA ließen mir nur ein Paar.) Dennoch stiegen wir alle die gefährliche Treppe hinauf.
Und wir sahen: Der Mann hatte zwar viele Teppiche, die waren aber alt und nicht alle in gutem Zustand. Interessant zu sehen, aber für meine Freundin letztendlich nicht eben sehr nützlich
Dann stiegen wir die steile Treppe sehr langsam hinab. Sollten wir uns im Geschäft umschauen? Der Mann traf die Entscheidung für uns. Er erschien wie durch einen Zauber mit einem Tablett mit drei Gläsern Tee darauf. (Wir hatten seine Abwesenheit gar nicht bemerkt.) Somit hatten wir keine Wahl, denn in der Türkei darf man keine Einladung zum Tee ablehnen. Wir setzten uns auf eine Bank in einer Ecke des Ladens und versuchten, uns mit dem Mann zu unterhalten.
***Er sprach keine europäische Sprache, nur Türkisch, ein paar Wörter Arabisch und wahrscheinlich einen kurdischen Dialekt. Ich schreibe: "Er sagte" statt "er kommunizierte", weil das einfacher ist. Ich würde zehn Seiten brauchen, um unsere ganze Unterhaltung aufzuschreiben.